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Unerwünschte Eindringlinge 
Vortrag über invasive Pflanzen 
 
Von Ilse Okken Ritterhude. Kanadische Goldrute, sibirisches Springkraut, japanischer Knöterich, Essigbaum, Ambrosia und nicht zuletzt der Riesenbärenklau - viele Pflanzen, die ursprünglich aus fremden Gegenden stammen, breiten sich hier aggressiv aus und verdrängen die vorhandene Vegetation. Von den heimischen Gärten aus haben sie sich invasionsartig auf Wegesrändern, an Flussufern, in Wäldern, Naturschutzgebieten und auf Brachflächen ausgebreitet. Vor dem CDU-Gemeindeverband und Gästen hielt Dorothea von Rex-Gröning im Platjenwerber Dorfgemeinschaftshaus einen bebilderten Vortrag über diese invasiven Überlebenskünstler.
Die diplomierte Forstwirtin bewirtschaftet das Dammgut und den dazugehörigen Wald. Täglich ist sie in Feld und Flur unterwegs. Problematisch sind aus ihrer Sicht nur etwa fünf Prozent der 12000 Pflanzenarten, die nach 1492, dem Jahr der Entdeckung Amerikas, durch menschliches Zutun in Europa heimisch wurden. Durch Klimawandel und Globalisierung werde die Ausbreitung dieser Pflanzen noch forciert. Aber nur rund 32 Arten dieser sogenannten Neophyten seien invasiv. 
Mit Fotobeispielen aus dem Landkreis Osterholz stellte von Rex-Gröning einige dieser äußerst vitalen Pflanzen vor. Viele dieser Gewächse seien durchaus hübsch anzusehen und hätten deshalb wie der Essigbaum oder das indische Springkraut den Weg in die häuslichen Gärten gefunden. Über Samenflug, Ablagerung von Gartenabfällen in der freien Natur oder durch Beeren fressende Vögel verbreiteten sie sich weiter in gärtnerisch unkontrollierte Gebiete. Starkes Wurzelwachstum und hohe Samenproduktion kennzeichnen viele dieser Arten. Am Ufer der Wümme hat Dorothea von Rex-Gröning diverse dicht verzweigte Kolonien dieser feuchtigkeitsliebenden und bei Bienen sehr beliebten Pflanze gefunden. Explosionsartige Vermehrungen der Traubenkirsche hat sie zum Beispiel an Straßenrändern im Kreisgebiet gefunden. Auf 15000 Samen pro Spross bringt es die aus der Prärie eingewanderte kanadische Goldrute, die als Bienenweide beliebt ist. Unglaublich dichte Rhizome entwickelt der sehr dominante Essigbaum. "Die kann man nur rausbaggern, in Müllsäcke stecken und nachkommende Triebe regelmäßig mähen", rät die Expertin. 
Ein Problemfall sei der Riesenbärenklau mit seinen Blütenschirmen von 50 cm Durchmesser. Ein Stängel der auch als Herkulesstaude bekannten Pflanze kann 80000 Blüten hervorbringen. Noch nicht zu spät sei es für die Eindämmung der Allergie auslösenden Ambrosia, die hauptsächlich über Vogelfutter Verbreitung findet. Undurchdringlich für andere Pflanzen, Vögel und Insekten sei das bis zu drei Meter hohe Zweig- und Blattwerk des japanischen Knöterichs. Informationen unter: www.floraweb.de/neoflora/handbuch.

© Copyright Bremer Tageszeitungen AG Ausgabe: Osterholzer Kreisblatt Seite: 5 Datum: 23.08.2011

Thema Biogasanlagen: Bauern denken um 
Werschenreger Landwirtschaftsbetrieb fährt gut mit alternativem Konzept zur Energiegewinnung 
 
Von Helmut Meinerling 
Werschenrege. Das Thema Regenerative Energien rückt zunehmend auch in den Fokus der Ritterhuder CDU. Dorothea v. Rex-Gröning, Vorsitzende der Christdemokraten in der Gemeinde, lud zum Hof von Herbert Plump in Werschenrege; der landwirtschaftliche Betrieb investiert in richtungsweisende Energiekonzepte. 
Herbert Plump und Sohn Volker haben sich intensiv mit regenerativen Energien beschäftigt und dann gehandelt. Das Ergebnis: Zwei große Dachflächen sind inzwischen mit Photovoltaik-Zellen belegt, die für 83 Kilowatt (kW) Spitzenleistung ausgelegt sind; zudem wurde eine Biogasanlage installiert - ein Windkraftanlage ist in Planung. Für die Besucher von der CDU besonders interessant: die Biogasanlage, die Herbert Plump und junior den mehr als 20 Christdemokraten präsentierten. Sie unterscheide sich von den "üblichen" Anlagen, da sie hauptsächlich mit Mais "gefüttert" werde, erklärte Plump. 
Dem kritischen Hinweis, Anlagen dieser Art förderten die Monokultur zur Gewinnung des nachwachsenden Rohstoffs und hinterließen eine verödete Landschaft, begegnet Plump gelassen: Er hat in eine Kraft-Wärme-Kopplungs (KWK)-Anlage investiert, die zu mehr als 90 Prozent mit Gülle betrieben werde, die ohnehin im Betrieb anfiele. Plump bewirtschaftet einen Hof mit 90 Kühen und Rindern. Zusammen mit dem anfallenden Mist werde die Gülle in einen großen Stahlbehälter (Fermenter) gefüllt; dort gäre sie bei rund 50 Grad. Das dabei entstehende Methangas werde aufgefangen und sei der Energieträger für einen speziellen Motor, der wiederum einen Generator antreibe. Der so erzeugte Strom werde gegen eine gesetzlich festgelegte Vergütung in das Stromnetz der Osterholzer Stadtwerke eingespeist. 
Auch die Abwärme des Motors strahle nicht ungenutzt in die Atmosphäre ab, erklärte Plump den Besuchern beim Rundgang durch die Anlage. Sie werde für mehrere Zwecke genutzt - zum einen, um die Gülle aus dem Stall vorzuwärmen, bevor die in den ebenfalls erwärmten Fermenter gelange, zum anderen, um die Betriebsgebäude und einige Häuser in der Nachbarschaft zu heizen sowie mit Warmwasser zu versorgen. "Es hat einige Mühe gekostet, die Nachbarn von der ungewohnten Heizmöglichkeit zu überzeugen", berichtete Herbert Plump. Er ist noch nicht zufrieden mit dem Wirkungsgrad der Anlage. "Bei Gülle dauert es länger als bei Pflanzen, bis die Gärung abgeschlossen ist. Wir werden daher in Kürze noch einen Nachgärer aufbauen", kündigt er an. "Durch die dann längere Aufenthaltszeit kann das Gas fast vollständig aus der Gülle geholt werden." Die werde nach dem Durchlauf durch die Anlage - wie gewohnt - auf die Äcker aufgebracht. "Durch den Gärprozess sind die düngewirksamen Inhaltsstoffe viel leichter für die Pflanzen verfügbar", so Plump. "Auch stinkt die Gülle dann längst nicht mehr so sehr wie unbehandelte", wies er die CDU-Besuchergruppe auf einen weiteren Vorteil hin. 
Bereits bevor die Biogasanlage installiert war, hatte der Hof seinen Wärmebedarf mit einer Wärmepumpe, die Energie aus der warmen Stallluft holte, gedeckt. "Die Wärmepumpe war defekt; wir wollten sie nicht mehr reparieren lassen", erklärte Plump. "Wir hatten noch einen alten Holzkessel, der aber ebenfalls bald seinen Geist aufgab. Also heizten wir mit Heizlüfter, was wiederum die Sicherungen nicht lange mitmachten". Die Lieferverzögerungen der Biogasanlage wurden humorvoll mit dicken Pullovern und Decken überstanden.
Inzwischen funktioniert die Anlage einwandfrei. An den Displays im Motorraum können alle wichtigen Daten abgefragt werden. Der Motor passt sich dem jeweiligen Gasanfall an; er liefere etwa 30 bis 40 kW pro Stunde, "die theoretisch noch auf 75 kW gesteigert werden können". 
Da es bislang nur wenige Anlagen dieser Art gebe, kämen seit einiger Zeit auch andere Landwirte vorbei, um sich zu über sein Energiegewinnungskonzept zu informieren, berichtet Plump. "Das kostet natürlich immer Zeit, aber unser Berufsstand muss sich gegenseitig helfen" - nur so mache die Sache Schule. 

 



David McAllister bei Bäckerei Rolf in Ritterhude

David McAllister 
bei Bäckerei Rolf

Ministerpräsident David McAllister geht für vier Tage auf Sommerreise und besucht in Begleitung von 40 Journa-
listen verschiedene Orte in Nieder-
sachsen. Im Gepäck hat er die sog. "Genussbox mit Köstlichkeiten aus ganz Niedersachsen", die jeweils vor Ort als Präsent überreicht wird. Gestern war es noch ein überwiegend kulturell geprägter Besuch in Worpswede; heute, am 14.07.2011, stoppte der große Reisebus pünktlich um 08.30 Uhr an der Bäckerei Rolf, Rohwedderstraße1, 27721 Ritterhude, um dort den Herstellungsprozess von Backwaren live zu erleben und gleichzeitig auch der Belegschaft ein Zeichen der Wertschätzung entgegenzubringen. Geschäftsführer Michael Rolf-Pissarczyk, daneben auch Partei- und Fraktionsvorsitzender der CDU Osterholz-Scharmbeck, begrüßte den hohen Gast mit herzlichen Worten und war erfreut, dass sich der Ministerpräsident um die Belange eines Mittelstandsbetriebs persönlich vor Ort kümmert. Michael Rolf-Pissarczyk, Bruder Andreas und Senior-Chefin Ursula Pissarczyk führten die gesamte Gruppe durch die Fertigungshalle, die erst vor wenigen Jahren errichtet wurde.

David McAllister: 
Kleine Brötchen

David McAllister zeigte sich von den Zahlen beeindruckt: Mit Unterstützung modernster maschineller Technik werden täglich u. a. 25.000 Brötchen, 3000 Brote, 4000 Kuchen hergestellt. Michael Rolf-Pissarczyk während des Rundgangs: "Täglich verkaufen wir 5.000 belegte Brötchen und Snacks. Im Jahr verarbeiten wir 900 Tonnen Mehl. In der Bäckerei sind 36 Mitarbeiter, in der Expedition 33, und im Verkauf sind 136 Angestellte beschäftigt. Wir betreiben 33 Verkaufsstellen und 3 Verkaufsfahrzeuge, sog. Pausenflitzer." Der Ministerpräsident ließ es sich nicht nehmen, auch selbst einen Teig zu formen und scherzte: "Garantiert wird jetzt berichtet, ich backe kleine Brötchen." Die RTL-Kamera summte fleißig dabei und die Blitzlichter erzeugten ein regelrechtes Gewitter in der kuscheligen Wärme der Backstube. Selbstverständlich waren alle Besucher eingangs mit keimfreien Schutzkitteln bekleidet worden. Nach der Betriebsbesichtigung ging es zu einer kleinen Kaffeerunde an vorbereiteten Stehtischen.

Grußworte zur Weiterreise

Michael Rolf-Pissarczyk nutzte hier die Gelegenheit, Fragen an den MP zu den Themen Biogas aus Lebensmitteln und Steuervergünstigungen zu richten. David MCAllister: "Zum Thema Biogas kommt bei uns Tisch vor Tank. Wir wollen keine Vermaisung, wir wollen auch das Landschaftsbild nicht weiter negativ beeinflussen lassen, in der Diskussion ist eine Maisquote: Der Einsatz von Getreidekorn und Mais soll für energetische Zwecke auf 60 % begrenzt sein. Thema Steuern: Das deutsche Steuerrecht hat eine systematische Ungerechtigkeit. Ich habe jedoch in Zeiten des Aufschwungs Verständnis für Forderungen nach Steuervergünsti-
gungen. Wir in Niedersachsen werden auf jeden Fall auch zukünftig erheblich sparen." Axel Miesner (MdL) ergänzte: "Neue Genehmigungen für Biogas-Anlagen werden abhängig sein von der Wärmeabgabe hinein in Gebäude. Es wird ferner zu überlegen sein, zukünftig auch andere Biopflanzen zu verwenden." Zu den hiesigen Gästen zählte eine größere Anzahl von Wirtschaftsleuten aus der Kreisstadt und der Region, sowie Eginhard Engelke von der Kreishandwerkerschaft. Der Ministerpräsident wünschte dem ebenfalls anwesenden Geschäftsführer vom Möbelhaus Meyerhoff, Wolfgang Röll, ausdrücklich gutes Gelingen bei der Erweiterungsmaßnahme mit Schaffung von neuen Arbeitsplätzen. Aus der CDU Osterholz-Scharmbeck waren die zwei stellvertretenden Parteivorsitzenden Heinz-Bolko Schottke und Marie Jordan anwesend; für die CDU Ritterhude kam Vorsitzende Dorothea von Rex-Gröning. Am Schluss der Veranstaltung überreichte David McAllister der Familie Rolf-Pissarczyk die bereits beschriebene "Genussbox" als Dankeschön. Der Ministerpräsident fuhr dann mit dem Tross der Sommerreise weiter nach Varel, ausgestattet für unterwegs mit einer Käsetorte der Bäckerei Rolf.

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